Muss das so sein, Frau Jepsen?

Homophobie, Antisemitismus und Benachteiligung von Mädchen und Frauen, Bischöfin Maria Jepsen muss von all dem nichts gewusst haben, als sie die Centrum Moschee in Hamburg St. Georg besuchte und im Rahmen des interreligiösen Dialogs den Muslimen ihre Solidarität aussprach. Schoggo-TV vermutet ein Kommunikationsproblem im bischöflichen Stab des evangelischen Sprengels Hamburg, welches den Moschee Besuch der evangelischen Bischöfin Maria Jepsen erklären und entschuldigen würde.

Islam = Frieden = Ruhestörung

Offene Komunikation im Islam

Die Bischöfin, die Frauen und die Homosexuellen

Maria Jepsen ist Bischöfin der Nordelbisch Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK) in Hamburg und sei vor allem in der Diakonie, der Ökumene und mit interreligiösen Begegnungen beschäftigt, wobei sie im ökumenischen wie auch im säkularen Kontext die Rolle der Frau zu thematisieren versuche. Im gesellschaftlich-politischen Leben mahne Bischöfin Maria Jespen verstärkt christliche Werte und Orientierung an, wen sie sich für Bettler, Flüchtlinge, Homosexuelle und andere Diskriminierte einsetze, wie man dies in ihrem, von der NEK kommunizierten Lebenslauf nachlesen kann [1, 2].
Ob man dieser Darstellung der Pressestelle der NEK uneingeschränkten Glauben schenken kann wird von Schoggo-TV angezweifelt, da unsere Redaktion auf mehrere Meldungen gestoßen ist, welche auf ein mögliches Kommunikationsproblem zwischen der Bischöfin und ihrem Informantenstab hinweisen.

Centrum Moschee Hamburg

Centrum Moschee Hamburg

Die Bischöfin, die Solidarität und der Dialog

Wie vom “Hamburger Abendblatt” und “Das islamische Portal” von Milli Görus [3] berichtet [4, 5], besuchte Bischöfin Maria Jepsen Ende Juli 2009 die Centrum-Moschee in St. Georg in Hamburg [6], welche dem “Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. ” BIG zugehörig ist und laut Verfassungsschutzbericht von Milli Görus dominiert werde [7].
Unter Bezug auf die Tötung von Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden [8] erklärte Bischöfin Maria Jepsen, wie bereits kurz zuvor Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland [9], ihre Solidarität mit den in Deutschland lebenden Muslimen.  Das in Dresden geschehene dürfe nach Meinung der Bischöfin nicht zu Verhärtungen führen und gewisse Spannungen in der Gesellschaft seien gemeinsam abzubauen, weshalb es wichtig sei, dass man andere Wege des Miteinanders suche. Hamburg müsse sich weiterhin den Ruf der “Hauptstadt des interreligiösen Dialogs” bewahren, welchen es sich durch die bisher einzige Schura [Anmerk.: ein Grundprinzip islamischer Herrschaft 10, 11] in Deutschland erworben habe [4, 5]. Jepsen unterstütze den Bau einer zentralen sunnitischen Moschee in Hamburg, wie auch vom NDR berichtet [12].
Während Imam Ramazan Uçar die gute Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften in Hamburg gelobt und betont habe, dass Probleme nicht trennen, sondern zueinander führen sollen, habe Abu Ahmed Jakobi, Beauftragter der Schura für den interreligiösen Dialog, gegenüber Bischöfin Maria Jepsen geäußert, dass ihr Besuch Hoffnung gäbe und in Deutschland niemand ausgegrenzt werden dürfte [4, 5].

Ahmet Yazici, stellvertretender Vorsitzender der Centrum Moschee Hamburg [6], scheint beim Besuch von Bischöfin Maria Jepsen in der Moschee nicht anwesend gewesen zu sein… .
Schoggo-TV hat Herrn Ahmed Yazici für Bischöfin Maria Jepsen gesucht und gefunden.

St. Georg rede für uns

Heiliger Georg, rede für uns!

Die Bischöfin, die Homophobie und der Antisemitismus

Im April 2007 berichtete “Welt Online” unter dem Titel “Das sind doch alles perverse Schweine” [13] über das Nebeneinander von Homosexuellen und Muslimen im Hamburger Stadtteil St. Georg., nachdem die Centrum Moschee Schwule und Lesben vom Stadtteildialog ausgeladen hatte. Als Vorsitzender der Moschee Gemeinde wird Ahmed Yazici genannt… .

Im Juli 2007 veröffentlichte “Welt Online” den Artikel “Der Multikulti-Traum zerbricht” [14], welcher über zunehmende Spannungen zwischen Homosexuellen und Muslimen im Hamburger Stadtteil St. Georg berichtet und in dem Satz “Homosexualität ist Sünde im Islam” von Ahmed Yazici gipfelt.

Aber nicht nur über Homophobie wird aus St. Georg [15] berichtet.

Im Juli 2006 melden mehrere Medien [16 - 18] den Fund der antisemitischen Kinderzeichentrickserie “Die Kinder der Al-Aksa-Moschee” im Buchladen der Centrum Moschee in Hamburg, worin der Verfassungsschutz ein Indiz dafür sah, dass bei Milli Görus antisemitische Strömungen vorhanden seien. Die Verbreitung antisemitischer Schriften wurde von Ahmet Yazici zurückgewiesen.

Fast schon nur eine Randnotitz ein Interview vom Dezember 2006 im “Hamburger Abendblatt” [19], in welchem sich zwei streng gläubige Muslime für die Nichtteilnahme von muslimischen Mädchen am gemeinsamen Schwimmunterricht aussprechen. Das Interview erschien  unter dem Titel: “Muss das so sein, Herr Yazici?”

Mannheim, den 05.08.2009, 16:40 Uhr.

Hinweis: Wir bitten um Beachtung unserer Email an Bischöfin Maria Jepsen, den wir -> hier als Kommentar eingefügt haben. Eine mögliche Antwort werden wir im weiteren Kommentarbereich veröffentlichen.

Links auf Quellen

[1] Wikipedia - Maria Jepsen

[2] Nordelbische Ev.-Luth. Kirche - Bischöfin Maria Jepsen - Lebenslauf

[3] Wikipedia - Milli Görus

[4] Hamburger Abendblatt - Bischöfin Jepsen besucht Centrum-Moschee

[5] Das islamische Portal - Bischöfin Jepsen erklärt Solidarität mit Muslimen in Deutschland

[6] Wikipedia - Centrum-Moschee Hamburg

[7] Wikipedia - Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland

[7.1] Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. - Homepage, Startseite

[8] Wikipedia - Marwa El-Sherbini

[9] Deutsche Welle - Solidarität mit Muslimen

[10] Wikipedia - Schura

[11] Wikipedia - Schura Hamburg

[12] NDR Online - Hamburg: Bischöfin Jepsen unterstützt Moschee-Neubau

[13] Welt Online - “Das sind doch alles perverse Schweine”

[14] Welt Online - St. Georg: Der Multikulti-Traum zerbricht

[15] Wikipedia - Hamburg St. Georg

[16] hamburg.de - Antisemitische Hetzvideos bei der “Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs”

[17] NDR Fernsehen - ZAPP: Hamburger Moschee verkauft militante Kinder-DVDs

[18] Welt Online - Kein Einzelfall

[19] hadler.de - Hamburger Abendblatt: “Muss das so sein, Herr Yazici?”

Bildnachweis

[A] Schoggo-TV - “Kommunikation im Islam” by Wilhelm Entenmann

[B] Wikipedia - “Die Centrum-Moschee in der Böckmannstraße in St. Georg” by Staro

[C] Wikipedia - “Aragonese Saint George” created by Willtron from the coat of arms of Russia

5. August 2009 | Von Wilhelm Entenmann | Kategorie Panorama
Tags: , , , , ,

7 Kommentare
Hinterlassen Sie einen Kommentar »

  1. Mal sehen, ob Schoggo-TV, nach den Antworten der Bundestagsbageordneten zu einem anderen Beitrag (-> Peter Hettlich, MdB DIE GRÜNEN und -> Petra Sitte, MdB DIE LINKE), auch von einer Bischöfin eine Antwort bekommen wird.

    Aktualisierung: Eine -> Antwort von Pastor Thomas Kärst auf die nachfolgenden Fragen erreichte uns heute um 19:20 Uhr.

    Per Email vom 05.08.2009 um 17:02 Uhr an die im Text genannten Personen:

    Sehr geehrte Frau Bischöfin Jespen,

    mein Name ist Wilhelm Entenmann und ich möchte mich Ihnen zunächst als Betreiber der Internetseite (Blog) “Schoggo-TV” aus Mannheim vorstellen.

    Nach Ihrem bereits etwas zurückliegenden Besuch in der Centrum Moschee in Hamburg St. Georg habe ich mich gefragt, ob Sie zuvor von Ihrem Beraterstab richtig informiert worden waren.

    Ich habe etwas über Ihre (Nicht-)Gesprächspartner in der Moschee recherchiert und im Kontext Ihres Besuches über die Ergebnisse meiner Recherchen berichtet:

    [Anmerkung: Link auf den oben stehenden Beitrag aus technischen Gründen hier entfernt.]

    Haben Sie von all dem (Homophobie, Antisemitismus, Ausgrenzung von Mädchen bzw.Frauen) nichts gewusst?

    Ist Ihnen Herr Ahmed Yazici nicht bekannt gewesen?

    Ich erlaube mir Sie darauf hinzuweisen, dass ich eine mögliche Antwort Ihrerseits (oder eines/r Mitarbeiter/in) als gleichzeitige Einverständniserklärung zu deren Veröffentlichung verstehen darf.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wilhelm Entenmann
    Mannheim

    In Kopie an
    Pressesprecher der Bischofskanzlei Hamburg und Lübeck
    Pastor Thomas Kärst

  2. Ach, Schoggo, man doch nicht so sein; man muss das alles in Kauf nehmen: die Mädchen mit Kopftüchern im Schwimmbad, die Frauen an den Herd gebunden, im Dunkel lebend und die Herren der Schöpfung mit BMW und Spezialauspuff, die vorgeschriebene Geschwindigkeit ignorierend und Menschen über den Haufen fahren. - Sie tun doch nur das, was sie bei sich zu Hause in ihrem Land, auch täten. Wie niedlich….

  3. Hier die Antwort von Pastor Thomas Kärst auf unsre -> Email an Bischöfin Maria Jepsen.

    Email vom 05.08.2009 um 19:20 Uhr

    Sehr geehrter Herr Entenmann,
    vielen Dank für Ihre Mail. Der Besuch von Bischöfin Jepsen in der
    Centrum Moschee in Hamburg-St. Georg geschah anlässlich des zehnjährigen
    Bestehens der „Schura – Rat islamischer Gemeinschaften in Hamburg“.
    In der beigefügten Pressemitteilung finden Sie weitere Details.

    Über den von Ihnen angesprochenen Verkauf eines antisemtischen
    Kinderfilms in einem an die Moschee angeschlossenen Buchladen im Jahr
    2006 ist ja damals umfangreich berichtet worden. Der Vorgang ist uns von
    daher bekannt. Wie Sie wissen, hat die Moschee den für die Verbreitung
    verantwortlichen Mitarbeiter kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe
    entlassen. Sie hat sich außerdem öffentlich von dem Film distanziert.

    Einige Monate später, im Oktober 2006, hat dann übrigens der Erste
    Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust, die
    Centrum Moschee besucht und dort ein Grußwort gesprochen. Auch der
    römisch-katholische Erzbischof Dr. Werner Thissen und zahlreiche
    Hamburger Politiker sind in den vergangenen Jahren in der Centrum
    Moschee gewesen. Insofern ist der Besuch der Bischöfin dort kein
    Sonderfall.

    All diese Besuche bedeuten ja nicht, dass sich die Besucher jede
    irgendwann einmal gefallene Äußerung aus dem Umfeld der Moschee zu eigen
    machen. Die Schura Hamburg jedenfalls bekennt sich ausdrücklich zu
    Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und ist ein aus
    Sicht der Nordelbischen Kirche ernstzunehmender Gesprächspartner.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr
    Thomas Kärst

    Schoggo-TV sagt “Danke!” für die schnelle Antwort.

  4. @anaximander

    Dient alles der Integration… .

    Muss da jetzt ein Dativ oder ein Genetiv folgen?

  5. Dativ, Schoggo, Dativ.
    Schön, dass Pastor Thomas Kärst für die Bischöfin antwortet. Ehrlich gesagt, ich hätte das gar nicht gerne. Die Worte eines anderen….

  6. Shit! ich habe soeben einen langen Komentar hier verloren, wegen den blöden Dampf!

    Kann man den nicht irgendwo wieder herstellen? :(

    Ich meinte, dass diese Pfaffen nicht merken, wenn die Herren Muselmanen sich auch zu unserem Rechtstaat bekennen, aber gleichzeitig auch zu den Mordaufrufen im Koran; zu der Demokratie, aber auch zum Allmachtsanspruch des Islam. Wo haben sich die Evangelikalen den Hirn versoffen, dass sie nicht mal solche offensichliche Sachen erkennen können?

  7. @anaximander
    Immerhin eine Antwort.
    Andererseits habe ich einen bestimmten Respekt vor Personen der Öffentlichkeit, welche sich auf einem unbekannten Blog der Diskussion stellen. So etwas etzt auch ein gewisses Vertrauen voraus. Macht nicht jeder “Promi”.

    @Kybeline
    Eine Wiederherstellung ist leider nicht möglich.
    Auf den zusätzlichen Anti-Spam Schutz durch das Quiz möchte ich im Moment nicht verzichten.
    Gerade gestern wurde dieses Blog (wohl angezogen durch Links auf dem alten Blog) massiv von Spam-Spidern heimgesucht. Zeitweise sind beide Blogs unter dieser Last zusammengebrochen.
    Ich suche nach einer alternativen Lösung für das Problem.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abgeben zu können.