Maulfaule schwäbische Maultasche
Henryk Broder befragt Boris Palmer in Emails über das Bundesverdienstkreuz für Felicia Langer und bekommt vom grünen Oberbürgermeister von Tübingen und Sohn des Remstal-Rebellen Helmut Palmer nur maulfaule schwäbische Maultaschen zurück. Broder und Palmer begehen in den Emails gegenüber Baden eine tödliche Beleidigung, denn “Der Schwob muss raus ausm Badnerland!”, hat doch “die alte Schwabensau!” [1] hier nun wirklich nichts verloren.

Boris Palmer Grüner OB von Tübingen in Schwaben
Als noch der Rebel yell im Remstal erklang [2]
Der 1930 in Schduargard geborene und 2004 in Tibinge verstorbene Helmut Palmer war, nomen est omen, Obstbaukundler (Pomologe) sowie freischaffender Bürgerrechtler und als letzterer unter dem Namen Remstal-Rebell weit über die Grenzen seiner Heimat Schwaben hinaus bekannt. Während er Landwirten und Hobbygärtnern den von ihm entwickelten Palmer-Oeschbergschnitt lehrte, ging er in der Freizeit seiner Tätigkeit als freier Dozent nach und nahm dabei kein Blatt vor den Mund wenn es darum ging denne do obbe die Meinung zu sagen, wofür der Remstal-Rebell mitunter Gefägnisstrafen ernten musste.
Helmut Palmer, der Zeit seines Lebens nahezu parteilos blieb und gegen staatliche Bevormundung, Behördenwillkür und Antisemitismus kämpfte, bewarb sich bei über 250 Oberbürgermeister-Wahlen in Baden-Württemberg, 1974 hätte es in Schwäbisch Hall fast geklappt [3].

Baden links und Schwaben rechts
Und der Apfel fällt doch weit vom Stamm!
Keine Frage, der schwäbische Remstal-Rebell hätte auch einer von uns, also ein echter, weil revolutionärer Badener [4] sein können. Eine Ehrung des Remstal-Rebellen über die Bibbeliskäs-Spätzle-Demarkationslinie hinweg, welche seinem Sohn Boris Palmer, der 2001 für die Grünen in den baden-württembergischen Landtag in Schduargard einzog und 2007 Oberbürgermeister von Tibinge wurde [5], so gewiss nie zu Teil werden dürfte, zeigt sich doch dieser, ganz im Gegensatz zu seinem Vater, als analytisch und nüchtern beschriebener [6] schwäbischer Mauldaschefresser, aktuell als absolut maulaul gegenüber Emails des Journalisten Henryk M. Broder [7].
Nachdem sich der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die in Tibinge lebende antiisraelische propalästinensische jüdische Aktivistin Felicia Langer [8, 9] ausgesprochen und sich vor die so geehrte gestellt hatte [10, 11], weshalb der Sohn des, einst auch gegen Antisemitismus kämpfenden Remstal-Rebellen Schmähungen vom Volke zu lesen bekam [12], erbat sich Henryk Broder in Emails an Palmer junior die Beantwortung von fünf Fragen, welche sich auf den Kenntnisstand des Lange Unterstützers über seinen Schützling und assoziierte Personen beziehen [13, 14].
Der Emailverkehr zwischen Broder und Palmer junior, in welchem sich der Oberbürgremeister trotz der ermunternden Nachfragen des Journalisten (”Haben Sie noch alle Maultaschen in der Pfanne?”) zu keiner sachbezogenen Antwort bewegen lässt, gipfelt in einer für uns Badener geradezu tödlichen Beleidungskaskade, als Broder Tibinge nach Baden verlegt (”manche landen auch in der badischen provinz”) und Palmer junior dieses umgehend, dabei unter Verleumdung seiner Heimat Schwaben, über die Bibbeliskäs-Spätzle-Demarkationslinie falsch zurücklegt (”Tübingen liegt nicht in Baden, sondern in Württemberg.”).
Kurz vor seinem Tod trat Helmut Palmer 2002 der SPD bei, vielleicht der letzte rebellische Akt eines Vaters gegen seinen 2001 in den Landtag eingezogenen grünen Sprößling, an dem der Palmer-Oeschbergschnitt scheinbar keine Wirkung hinterlassen hat.
Mannheim in Baden, den 30.07.2009, 16:54 Uhr.
Links auf Quellen
[1] Das Badnerlied - Das Badnerlied, inoffizielle Strophen
[2] Wikipedia - Rebel yell
[3] Wikipedia - Helmut Palmer
[4] Wikipedia - Badische Revolution
[5] Wikipedia - Boris Palmer
[6] taz.de - Das Rebellenkind [Prädikat: "Sehr Lesenswert!"]
[7] Wikipedia - Henryk M. Broder
[8] Wikipedia - Felicia Langer
[9] Spiegel Online - Ehrung für Israel-Kritikerin stürzt Köhler in Erklärungsnot
[10] Mitteldeutsche Zeitung - Felicia Langer will Bundesverdienstkreuz behalten
[11] Reutlinger Generalanzeiger - Glücklich über Ehrung
[12] Schwäbisches Tagblatt - Die Methoden sind schlimm
[13] Stuttgarter Nachrichten - Wortgefecht um Israel-Kritkerin: Palmer und die Maultaschen
[14] Stuttgarter Nachrichten - Dokumentiert: Broder an Palmer an Broder [Prädikat: "Absoluter Lesegenuss!"]
Ergänzungen
Spiegel Online - Henryk M. Broder, Kommentar zu Felicia Langer: “Feigenblatt des schlechten Gewissens”
Der Emailtausch zwischen Broder und Palmer dokumentiert auf “Die Achse des Guten” und bei Henryk Broder
Teil 1: Die Achse des Guten - Boris Palmer Is Not Amused
Teil 2: Henryk Broder - Die Leiden des jungen Palmer
Der Emailtausch zwischen Broder und Palmer kommentiert von Clemens Heini
Die Achse des Guten - Das Tübingen-Syndrom - Boris Palmer und der Wohlfühl-Antisemitismus
Bildnachweise
[oben] Wikipedia - “Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen” by Björn Láczay
[unten] Schoggo-TV - “Bibbeliskäs-Spätzle-Demarkationslinie” by Wilhelm Entenmann







Kann man eigentlich das Bundesverdienstkreuz dafür bekommen, dass man etwas für ein a n d e r e s Land getan hat? In diesem keinem Land, sondern einem arabisch besetzten Stück Israel? Nein man kann das Bundesverdienstkreuz nur dafür bekommen etwas für die Bundesrepublik getan zu haben, in diesem Fall eben - wie Broder scharf folgert - den Deutschen über ihre Schuldgefühle hinwegzuhelfen. Ein kluger Kopf!
@geisteswelt
Kann man eigentlich das Bundesverdienstkreuz dafür bekommen, dass man etwas für ein a n d e r e s Land getan hat?
Bundespräsident Theodor Heuss, der das Bundeverdienstkreuz 1951 stiftete, schrieb hierzu:
Je nach Interpretation kann man der Langer das BVK verleihen oder nicht, da das menschliche Engagement als solches gewürdigt werden soll, also eigentlich unabhängig vom wofür und wer, worauf sich die Unterstützer von Langer beziehen.
Persönlich bin ich in der Frage der Verleihung ambivalent, Langer ist gewiss engagiert, aber ihr Engagement ist alles andere als geeignet dem Ansehen Deutschlands zuträglich zu sein.
Die Verleihung des BVK ist für mich hier auch weniger der Punkt. Interessanter das Ausweichen vom Tübinger OB Boris Palmer auf die klar formulierten Fragen von Broder.
Wenn ich die Meldungen über Palmer richtig in Erinnerung habe, dann möchte dieser 2012 in Stuttgart als OB kandidieren… und er hat gute Chancen, wenn man die derzeitige politische Stimmung in Stuttgart kennt.
Aber gerade das Heuss-Zitat läßt sich nicht zweierlei Interpretieren! Einmal ist der Wiederaufbau des Vaterlandes und dann der Aufstieg der Bundesrepublik als Auszeichnungsgrund erwähnt. Engagement für anderes wird ja eben nicht erwähnt! Broders Schluß, dass ätzende Kritik ihrer Selbst an Israel eben mit der Verleihung als patriotische Interessen geadelt werden ist folgerichtig. Für mich ist es interessant, wie eben solche Selbstverständlichkeiten Stück für Stück absichtlich vergessen werden. Abgesehen davon, dass das BVK noch niemals an einen offenen Kommunisten verliehen worden ist. Zeigt, dass die 5. Kolonne jetzt endgültig in den Berliner Gremien angekommen ist. Heuss und Adenauer waren und wollten etwas ganz anders, als es heute von dem politischem Establishment angestrebt wird.
geisteswelt 30. Juli 2009 19:29
“Kann man eigentlich das Bundesverdienstkreuz dafür bekommen, dass man etwas für ein a n d e r e s Land getan hat?”
Das Problem ist, wenn Deutschland keine Grenzen und Grenzkontrollen mehr hat, weiß man nicht mehr genau, wo Deutschland aufhört und ein anderes Land beginnt. Nach welchen Kriterien könnte man das herausfinden? Nach Sprache? Überall spricht man türkisch, russisch, chinesisch, arabisch… Nach Kultur? Ganz Europa ist bereichert. So kann ich mir gut vorstellen, dass jetzt, wo sogar die Schweiz ein Schengener Staat wird, wir aus Versehen einem aus Schafshausen so ein Kreuz geben, weil wir die Dinge oder Leute durcheinander bringen. Na und? Was wäre so schlimm daran?
So gesehen ist die Frau Alicia wenigstens eine echte deutsche Staatsbürgerin. Oder nicht?
NEIN.
Bundesverdienstkreuz nur für Deutsche Staatsbürger.
Vielleicht gibts ja bald den Menschinnen - oder MainStream-Superorden.
Wir haben immer noch das Deutsche Grundgesetz, oder nicht ?