Mannheimer Erklärung

Die Mannheimer Erklärung: “Antisemitismus in Mannheim? Gibt’s hier nicht!”

Nach der Mannheimer Erklärung kann das persönliche Engagement von Schoggo-TV gegen den Antisemitismus in Mannheim wohl als Erfolg gewertet und nun zu den Akten gelegt werden, wirklich? Lesen Sie auf Schoggo-TV die Geschichte einer Manipulation von Verwaltung, Politik, Verbänden und Medien, mittels derer der Antisemitismus von Muslimen vertuscht wird: Die Mannheimer Erklärung schützt die Täter, legt deren Kritikern einen Maulkorb an und macht den Boten schlechter Kunde zum Bösewicht.

1. Der Antisemitismus in Mannheim

Hinweis: Wer die Geschichte über den Antisemitismus bei der pro-palästinensischen Kundgebung am 09.01.2009 auf dem Mannheimer Marktplatz und dessen unmittelbaren (Nicht-)Folgen schon kennen sollte, der kann auch gleich im Kapitel 3 -> Die Mannheimer Erklärung weiterlesen.

Mannheimer Eklärung: Eine Manipulation I.

Die Warnung

Am 07.01.2009 erfährt Schoggo-TV von der für den 09.01.2009 geplanten pro-palästinensischen bzw. Pro-Hamas & Anti-Israel Kundgebung auf dem Mannheimer Marktplatz.
Da der Aufruf des Veranstalters - die Palästinensische Gemeinde in Mannheim - u.a. auf dem islamistischen Internetportal Muslim Markt verteilt wird und es zu jener Zeit bei ähnlichen Veranstaltungen bereits zu offenem Antisemitismus auf Deutschlands Straßen gekommen war, wird Mannheims Bürgermeister für Sicherheit und Ordnung, Christian Specht, per Email vor möglichen “antiisraelischen und antisemitischen Bekundungen in Wort und Schrift” gewarnt. Herr Specht antwortet umgehend: “Die Menschenwürde anderer darf nicht verletzt werden, indem Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden. Der Veranstalter hat die Veranstaltungsteilnehmer ausdrücklich darüber zu informieren, dass das Mitführen von Kennzeichen und Symbolen verbotener Vereine bzw. Organisationen strafbar und zu unterlassen ist.” [1.1]
Ebenso wird der damalige Vorsitzende der Jungen Union, der heutige Stadtrat und Landtagskandidat Nikolas Löbel, auf die anstehende Kundgebung hingewiesen, verbunden mit der Bitte, dass die Junge Union eine Gegendemonstration für Israel veranstalten möge. [1.1 und 1.2]

Mannheimer Eklärung: Eine Manipulation II.

Die antisemitische Kundgebung

Bei der Kundgebung am 09.01.2009 auf dem Mannheimer Marktplatz kommt es zu Beschimpfungen, Verächtlichmachungen und Verleumdungen von jüdischen Mitbürgern und des Staates Israel, u.a. durch das Zeigen von Kennzeichen und Symbolen verbotener Vereine bzw. Organisationen. Schoggo-TV ist vor Ort und dokumentiert den Antisemitismus der Veranstaltungsteilnehmer, gegen welchen die anwesemde Polizei trotz mehrfacher Aufforderungen nicht einschreiten will. Als teilnehmender Beobachter vor Ort gerät Schoggo-TV selbst in den Strudel von Hass und Rassismus, als u.a. ein Muslim mit südländischem Migrationshintergrund in Anwesenheit der Polizei fragt bzw. feststellt: “Bist Du ein Jude…, dann bist Du kein Deutscher!” [1.3 und 1.4]

mm

Mannheimer Eklärung: Eine Manipulation III.

Die Reaktionen

Einen Tag nach der antisemitischen Kundgebung in Mannheim veröffentlicht Schoggo-TV seinen ersten Bericht über die Volksverhetzung und Inaktivität der dort anwesenden Polizei [1.3], während der lokale Fernsehsender RNF und der SWR nur friedliche Bilder zeigen, wobei der RNF in seinem Videobericht erwähnt, dass sich die pro-palästinensichen Demonstranten von einer Israelflagge provoziert gefühlt hätten [1.5]. Der Mannheimer Morgen titelt: “Friedliche Demo gegen Krieg” [1.6]
Die Redaktion von Schoggo-TV kontaktiert die Vertreter der Mannheimer Parteien, des Mannheimer Rathauses und der örtlichen Medien mit Bitte um Stellungnahmen bzw. Korrekturen zu den antisemitischen Ausschreitungen. Ebenso wird die Jüdische Gemeinde Mannheim und der Zentralrat der Juden in Berlin informiert. Am 13.01.2009 erstattet der Betreiber von Schoggo-TV bei der Staatsanwaltschaft Mannheim Anzeigen wegen Volksverhetzung und des Zeigens verfasungsfeindlicher Symbole sowie eine Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt.

Mannheimer Eklärung: Eine Manipulation IV.

Das Schweigen

Obwohl aus internen Kanälen bekannt wird, dass das öffentliche Engagement von Schoggo-TV wie “ein Brandbrief” durch die Bürgermeisterämter und Fraktionsbüros der Parteien im Mannheimer Rathaus geht, schweigen sich diese - bis auf zwei Ausnahmen - gegenüber dem Boten der schlechten Kunde aus. Immerhin sichert Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz seine bzw. die städtische Unterstützung bei den gestellten Anzeigen zu. Auch die Jüdische Gemeinde Mannheim und der Zentralrat der Juden in Berlin hüllen sich in Schweigen.
Am 11.02.2009 veröffentlicht der Journalist Henryk Broder auf seiner Internetseite “Die Achse des Guten” einen Bericht des Betreibers von Schoggo-TV über die bis dahin geschehenen Vorgänge in Sachen Verschweigen des Antisemitismus in Mannheim. [1.7 und 1.8]
Am 24.02.2009 berichtet Schoggo-TV über die Stellungnahmen zweier Stadträte. Der Vertreter der FDP erklärt ausführlich, was aus Sicht der Liberalen zu tun sei, vermeidet dabei aber die Bezeichnung der beteiligten Personengruppe. Der andere Stadtrat - dessen Wählergruppierung bei der Kommunalwahl am 07.06.2009 nicht mehr in das Gemeinderat einziehen konnte - bezieht eine klare Position, denn all jene, welche sich mit der “terroristischen Hamas gemein” machen, verlassen den “zivilisatorischen Konsens, der unsere Stadtgesellschaft im lnnersten zusammenhält. Solche Leute wollen wir hier nicht.” [1.9]

Bislang unberichtet das Resulat der Staatsanwaltschaft Mannheim, welche dem Betreiber von Schoggo-TV am 25.06.2009 mitteilt, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt worden sei. Weder konnten konkrete Beschuldigte ermittelt werden, noch habe sich der Vorwurf gegen die eingesetzten Polizeikräfte bestätigt.

2. Nicht manipuliert: Der Antisemitismus Mix

MM

Antisemitismus von Muslimen in Mannheim: Kennzeichen und Symbol einer verbotenen Organisation

Antisemitismus von Muslimen in Mannheim II.

Antisemitismus von Muslimen in Mannheim: Relativierung des Holocausts

Antisemitismus von Muslimen in Mannheim III.

Antisemitismus von Muslimen in Mannheim: Volksverhetzung

3. Die Mannheimer Manipulation

Mannheimer Erklärung Beschlussvorlage des Gemeinderats

Mannheimer Erklärung: Beschlussvorlage des Gemeinderats

Der verschwundene Antisemitismus

Durch Zufall erfährt Schoggo-TV am 11.03.2010 davon, dass “infolge der propalästinensischen Kundgebung am 9. Januar 2009″ die erste Version einer Mannheimer Erklärung entstanden sei, welche zu Kontroversen geführt habe, weshalb Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz eine “Diskussion mit den beiden großen Kirchen, der jüdischen Gemeinde und muslimischen Gemeinden und weiteren Organisationen am 2. April 2009″ führte, auf deren Grundlage eine zweite Version entstanden sei, die die ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Mannheim) zwar unterstütze, aber nicht unterschreiben wolle. [3.1]
Am gleichen Tag berichtet auch der Mannheimer Morgen von der Mannheimer Erklärung, auf welche sich der Gemeinderat bereits im Dezember 2009 als Leitziel des Zusammenlebens geeinigt habe. “Am 9. Januar 2009 hatten sich vor dem Hintergrund der israelischen Gaza-Offensive zwei Demonstrationen formiert, vor der Jüdischen Gemeinde prallten pro- und anti-israelische Protestierer aufeinander, die Stimmung war zum Brodeln aufgeheizt. Orna Marhöfer, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, suchte daraufhin im Frühjahr 2009 das Gespräch mit Moschee-Vereinen und islamischen Gemeinden.” , so der Mannheimer Morgen über die Vorgeschichte der Mannheimer Erklärung, welche die ACK nicht unterschreiben möchte, obwohl OB Dr. Kurz doch den Dialog will. [3.2 und 3.3, auch 3.4]
Bei der Stadt Mannheim findet sich die Beschlussvorlage der Mannheimer Erklärung für den Gemeinderat, welche den ursprünglichen Sachverhalt in einem Satz zusammenfasst: “Im Nachgang einer propalästinensischen Kundgebung am 9. Januar 2009 auf dem Marktplatz gab es erhebliche Irritationen zwischen den Vertretern der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften.” [3.5]

mm

Mannheimer Erklärung: Schreiben des ACK

Der verschwundene dreieinige Gott der Christen

Am 22.06.2010 veröffentlicht die Stadt Mannheim auf ihrem Internetportal eine Sonderseite [3.6], auf welcher umfassend über die “Mannheimer Erklärung zum Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung” informiert wird. Umfassend: Was ist die Erklärung, wer hat diese bereits unterschreiben und wo kann man diese unterschreiben? Der eigentliche Hintergrund der Erklärung ist - bis auf den kleinen Hinweis in der verlinkten Beschlussvorlage des Gemeinderats [3.5] - verschwunden.

In den Text eingebaut die PDF-Datei eines Schreibens der ACK, in welchem diese erklärt, warum sie die Erklärung lediglich unterstütze, jedoch nicht unterschreiben will [3.7], Auszug:
“Selbstverständlich begrüßen wir das offene Gespräch mit Andersdenkenden und Andersglaubenden, wir führen dieses Gespräch auch kontinuierlich und verurteilen die Herabwürdigung der Herkunft und des Glaubens wegen. Gewalt lehnen wir ab. In Ergänzung der Mannheimer Erklärung wissen die Kirchen sich in diesem Bemühungen allerdings nicht nur den Menschen in Mannheim verpflichtet, sondern akzeptieren in gleicher Weise auch nicht, wenn Menschen irgendwo in der Welt wegen ihrer Herkunft und ihres Glaubens herab gewürdigt und angegriffen werden. Darüber hinaus wissen wir uns an der Seite der “Mühseligen und Beladenen” (vgl. Mt, 11,28) hier in Mannheim und an jedem Ort der Welt.
Wir beten zu unserem dreieinigen Gott, dass er uns die Kraft schenken möge, uns alle Zeit und überall zu seinem Gebot der Liebe zu bekennen und danach zu handeln.
gez. Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Mannheim
[Der Erzpriester der griechisch-orthodoxen Gemeinde, der evangelische und der katholische Stadtdekan]

Am 15.07.2010 geht das Portal der Stadt Mannheim in einem neuen Gewand online [3.8]. Wer nun den unter [3.6] verlinkten Artikel aufrufen möchte, dem wird gemeldet: “HOPPALA! Seite nicht gefunden…” Tatsächlich hat sich die URL der Sonderseite zur Mannheimer Erklärung geändert. Wer nun die Sonderseite unter neuer URL aufruft [3.9], der wird feststellen, dass nicht nur der Link auf die Beschlussvorlage [3.5] verschwunden ist, sondern dass nun auch der Brief der ACK entfernt wurde und dessen ehemalige URL [3.7] ins Leere führt.

HINWEIS zum letzten Absatz:
Bitte beachten Sie die Aktualisierung vom 12.08.2010 12:38 Uhr im Kommentarbereich, -> Link.

4. Die Mannheimer Erklärung

Selbstredend, dass Schoggo-TV den manipulativen Mannheimer Maulkorb nicht unterzeichnen wird, denn der Betreiber und Autor von Schoggo-TV weiss, was bzw. wer der ursprüngliche Anlass war. Schoggo-TV schließt sich weitestgehend den Worten des ACK an.

„Mannheimer Erklärung“

Die Stadt Mannheim ist in ihrer über 400-jährigen Geschichte überwiegend geprägt von einem Geist der Offenheit und Toleranz. Immer wieder wurden Migrantinnen und Migranten – darunter auch zahlreiche Glaubensflüchtlinge – zu überzeugten und die Stadt prägenden Mannheimerinnen und Mannheimern. Diese gerade vor dem Hintergrund von Phasen der Intoleranz und des Kulturbruchs auch in unserer Stadt verpflichtende und Orientierung gebende Traditionslinie gilt es zu bewahren und fortzuschreiben.

Das Zusammenleben in unserer städtischen Gemeinschaft bedarf der Pflege, der Fürsorge, des Engagements aller gesellschaftlichen Kräfte und des zielgerichteten Handelns der politischen Gemeinde. Die Stadt Mannheim hat als eines von sieben strategischen Zielen formuliert: „Toleranz bewahren, zusammen leben – Mannheim ist Vorbild für das Zusammenleben in Metropolen.“

Die Unterzeichner dieser Erklärung wollen einen Beitrag leisten für ein menschliches, offenes und solidarisches Stadtklima. Sie wollen im Sinne einer freien und konstruktiven Partnerschaft zusammenwirken, um eine funktionierende Stadtgemeinschaft auf der Basis unserer Verfassung zu gewährleisten.

Wir wollen den gegenseitigen Austausch. In offenen Gesprächen, die intensiviert und verstetigt werden sollen, gilt es, das Verbindende zu suchen und Trennendes, wo notwendig, anzusprechen und möglichst zu überwinden.

Meinungsverschiedenheiten aufgrund unterschiedlicher politischer Grundeinstellungen, unterschiedlicher kultureller Herkunft und unterschiedlicher Auffassungen in Glaubensfragen werden im offenen Gespräch, dem sich niemand verschließt, erörtert.

Von keinem der Unterzeichner wird akzeptiert, wenn in Mannheim Menschen wegen ihrer Herkunft und ihres Glaubens herabgewürdigt und angegriffen werden. Auf unseren schärfsten Widerspruch trifft erst recht jeder Aufruf zu Gewalt.

Den Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung wollen wir gemeinsam bewahren.

Mannheim, den 03.08.2010, 20:18 Uhr.

Quellen

1. Antisemitismus in Mannheim (Die Pro-Hamas / Anti-Israel Demo am 09.01.2009 auf dem Marktplatz)

1.1 -> Schoggo-TV - 07.01.2009 - Anti-Israel-Demo in Mannheim

1.2 -> Schoggo-TV - 08.01.2009 - Pro-Israel-Demo in Mannheim

1.3 -> Schoggo-TV - 10.01.2009 - Das Haken-Kreuz mit der Palästinensischen Gemeinde Mannheim

1.4 -> Schoggo-TV - 14.01.2009 - Mannheim wehrt sich

1.5 -> RNF - 09.01.2009 - Demos gegen den Krieg in Gaza

1.6 -> Mannheimer Morgen - 10.01.2009 - Friedliche Demo gegen Krieg

1.7 -> Schoggo-TV - 11.02.2009 - Seitensprung in Mannheim

1.8 -> Die Achse des Guten - 11.02.2009 - “Stoppt die israelische Aggression in Gaza” - in Mannheim!

1.9 -> Schoggo-TV - 24.02.2009 - Mannheimer Schweigemauer

3. Die Mannheimer Erklärung zum Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung

3.1 -> presse-service - Stadt Mannheim - 11.03.2010 - Oberbürgermeister Dr. Kurz: “Wichtige Debatte über Mannheimer Erklärung”

3.2 -> Mannheimer Morgen - 11.03.2010 - Kirchen unterzeichnen nicht

3.3 -> Mannheimer Morgen 13.03.2010 - Kurz will den Dialog

3.4 -> Dr. Peter Kurz - 19.03.2010 - News: “Mannheimer Erklärung” zum Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung
Hinweis: Mit Link auf die Beschlussvorlage 636 / 2009

3.5 -> Stadt Mannheim - Beschlussvorlage 636 / 2009 vom 07.12.2009 Hauptausschusses am 15.12.2009 und des Gemeinderates am 22.12.2009: “Mannheimer Erklärung“ zum Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung

3.6 -> Stadt Mannheim - 22.06.2010 - Mannheimer Erklärung zum Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung
Hinweis: Mit Links auf die Beschlussvorlage 636 / 2009 und den Brief der ACK Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Mannheim vom 17.02.2010
Aber seit dem 15.07.2010: “HOPPALA! Seite nicht gefunden…”

3.7 -> Stadt Mannheim - ACK Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Mannheim - 17.02.2010: “Mannheimer Erklärung“ zum Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung
Hinweis seit dem 15.07.2010: “HOPPALA! Seite nicht gefunden…”

3.8 -> Stadt Mannheim - 15.07.2010 - mannheim.de im neuen Gewand

3.9 -> Stadt Mannheim - nach dem 15.07.2010 - Mannheimer Erklärung zum Geist der Offenheit, der Toleranz und der Verständigung
Hinweis: Ohne die Links auf die Beschlussvorlage 636 / 2009 und den Brief der ACK Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Mannheim vom 17.02.2010

3. August 2010 | Von Wilhelm Entenmann | Kategorie Mannheim & Rhein-Neckar
Tags: , , , , ,

12 Kommentare
Hinterlassen Sie einen Kommentar »

  1. Du bist also für Gewalt? Genosse. Und gegen Toleranz. So. So.

  2. @Karl Eduard

    Ja hat denn der dreieinige Gott in Gestalt von Jesus Christus [Autsch, das dürfte jetzt bestimmten Leuten weh tun und mich einen Götzendiener nennen lassen.] nicht auch die Pharisäer und sonstiges Gelumps aus dem Tempel gepeitscht?

    Ach, übrigens, kurz nach dem Antisemitismus von Muslimen in Mannheim gab’s die üble Sache mit dem Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson - die hiesige katholische Kirche hat damals eine Hotline eingerichtet und der Erzbischof von Freiburg kam in die Mannheimer Synagoge, um hier Abbitte zu leisten [siehe Artikel: -> Schoggo-TV].
    Im Gegenzug war den Medien nicht zu entnehmen, dass ein sunnitischer [Erz-?]Imam aus Mannheim in der hesigen Synagoge Abbitte für die Taten seiner Schäfchen geleistet hätte… .

  3. Sowas hab ich auf Demos auch schon erlebt, allerdings ohne Anzeigen zu stellen.
    Wenn man gerade vom Arzt kommt und dadurch rein zufällig mitten am Tag in der Fußgängerzone in eine südländisch dominierte Demo gerät, kann man sich schon erschrecken.
    Massenhaft Fahnen, dazwischen marschieren auch hinter den Palästina-Fahnen Linke und Grüne mit, die sich sonst schonmal über meinen “Nationalismus” ereifern müssen, den sie darin sehen daß ich als derzeit Deutscher eine japanische Fahne besitze, und auch diverse amerikanische. Ich solle das doch lassen, wir hätten doch “eine” Welt ,da sollte kein Platz mehr für Abgrenzung durch nationale Flaggen sein.
    Bei Palästinaflaggen ist das was anderes, da marschiert auch der Linke in festem Schritt und Tritt . . .

    Interessant die “Marschordnung” der Demo, die skandierend an mir vorbeizog: Vorneweg ein Karree Kinder.
    Dahinter Frauen und Mädchen im Karree.
    Dahinter dann der Marschblock der Männer und “Jugendlichen”.
    Was schrieb anerntags das örtliche Wurstblatt darüber?
    Etwa was über Marsch-Apartheid wegen der getrennten Geschlechter?
    Nein, sie schrieben (genauer: “sie” schrieb, eine Autorin): die Demonstration fand in vorbildlicher Ordnung statt. Wäre es eine Nazidemo gewesen, hätte man sich darüber mokiert, daß die Mittelscheitel-Zopflieseln von den Nur-Scheiteln getrennt laufen mußten.

  4. @Wilhelm

    Wenn sich Frau Käßmann mindestens für Jesus hält, dann kann ich das schon verstehen. Aber Du? Jesus hätte damals verhaftet gehört, gleich nachdem er im Tempel randaliert hatte. Da hätte er nicht am Kreuz enden müssen.

    Die Mannheimer Erklärung hört sich doch schön schwammig an und ist deshalb auch durchaus einer Unterschrift wert. Und Stadtklima, gerade in Zeiten des Klimawandels ist immer gut. Keine Ahnung aber, was ein offenes Klima ist. Das macht aber, wie gesagt, nichts. Es gibt da großen Interpretationsspielraum, jeder kann sich seinen Teil denken und , man hätte bei der Unterschrift dies oder das vor Augen gehabt, eben, wie es Euch gefällt.

  5. [...] Innenminister sagt: Linke fördern Lynchjustiz

    Vermummte Linken, die hier in Mannheim die Linke Gesetzesfeindlichkeit demonstrieren: 1. Vermummungsverbot bei Demos missachten; 2. Hakenkreuz in der Öffentlichkeit zeigen; 3. Antisemitismus betreiben. [...]

  6. Politiker machen die Augen zu - und rasen durch. Sie spüren den Antisemitismus ja nicht am eigenen Leib, diese faulen Eier.

  7. @anaximander

    Im vorliegenden Fall ging die Initiative von der Jüdischen Gemeinde Mannheim aus, obwohl sie am “eigenen Leib” betroffen war. Hätte die Jüdische Gemeinde trotz besseren Wissens nicht geschwiegen, sondern - wie sonst bei ähnlichen Fällen (Nazis!) üblich - z.B. Herrn Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden in Berlin von der Kette gelassen, dann hätte die Geschichte einen anderen Verlauf genommen: wer in Deutschland würde Juden das Maul verbieten sich trauen? Aber der Antisemitismus ging von Muslimen aus und dank der Initiative der Jüdischen Gemeinde Mannheim haben wir hier mit der Mannheimer Erklärung nicht nur deren Anlass geschickt vertuscht, sondern auch einen Maulknebel. Die Reaktion des Arbeitskreises Christlicher Kirchen ACK Mannheim ist die einzig richtige gewesen, aber diese wurde ja (wie im Beitrag berichtet) aus der Öffentlichkeit getilgt, synonym “gemaulkorbt”. Sicherlich, auch die Politiker in Mannheim haben - bis auf eine Ausnahme - klare Worte missen lassen, aber ich wage zu glauben, dass dies wohl in enger Absprache mit der Jüdischen Gemeinde geschah - wer die Mannheimer Netzwerke kennt, der weiss, an was und wen ich dabei denke.

  8. auch die Politiker in Mannheim haben - bis auf eine Ausnahme - klare Worte missen lassen, aber ich wage zu glauben, dass dies wohl in enger Absprache mit der Jüdischen Gemeinde geschah -
    Es ist so, auch wenn es absurd ist. Dabei ist es doch heute schon üblich, dass man Juden in Deutschland als unerwünschte Personen wegweist, bzw. ausschaffen lässt oder dass man ihnen sagt, ihre Investitionen wären nicht erwünscht.
    Ist Mannheim derart rückständig? ;)
    Mich ärgern diese Zentralräte; sie waren schon ein Ärgernis während des WK II

  9. OT: Danke für diesen Artikel - der war dringend notwendig.

  10. @anaximander

    Ist Mannheim derart rückständig?

    Kommt drauf an…

    “An appeaser is one who feeds a crocodile — hoping it will eat him last..”
    Winston Churchill. In: Reader’s Digest (Dezember 1954)

    Bezogen auf den aktuellen Trend in Deutschland, ist Mannheim geradezu führend.
    Von 1954 aus betrachtet (eigentlich 1938, Münchner Verträge bzw. -> Münchner Abkommen), ist Mannheim in Sachen -> Appeasement-Politik rückständig.

    Danke für diesen Artikel - der war dringend notwendig.

    Bitte schön, gern geschehen. Aktuell liegt er in Google über dem Eintrag der Stadt Mannheim zum Thema, womit die wahren Hintergründe nicht so schnell in Vergessenheit geraten dürften. Es ist ja möglich, dass sich mögliche Unterzeichner der Erklärung erst einmal informieren möchten - es soll niemand sagen können, dass er von nichts gewusst habe.

  11. Diesen Artikel muss man den Mannheimer Unterzeichnern empfehlen. Ohne ihn sind sie sich kaum bewusst, wozu ihre Unterschrift dient.

  12. @anaximander

    Die Durchsicht der Auflistung -> der bisherigen Unterzeichner führt die Unterzeichner auf, welche man in diesem Zusammenhang erwarten darf - diese Unterzeichner auf den Hintergrund der Mannheimer Erklärung hinzuweisen dürfte m.E. vergeblich sein.

    AKTUALISIERUNG DES ARTIKELS vom 03.08.2010

    Unterhalb der Liste der -> Unterzeichner der Erklärung auf der Seite der Stadt Mannheim zur Mannheimer Erklärung ist nun auch wieder das Schreiben der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ACK Mannheim vom 17.02.2010 veröffentlicht [direkter Link auf die PDF des Schreibens des ACK: -> hier].

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abgeben zu können.