Schweiz: Entschuldigung bei der Türkei?

Internationale Proteste gegen Ergebnis der Volksabstimmung zum Verbot von Minaretten in der Schweiz könnten jetzt wohl ihre erste Wirkung zeigen. Unbestätigten Gerüchten zu Folge könnten Parteien und Regierung der Schweiz gegenüber der Türkei jetzt einen Fallrückzieher machen, nachdem diese besonders beleidigt auf den demokratisch bekundeten Willen der Schweizer Bürgerinnen und Bürger reagiert hat.

Wilhelmina Tell, rette uns!

Vorgetäuschte Empörung

“Rassismus” und “Faschismus” warf Türkeis Erdogan der Schweiz nach dem Minarett-Verbot vor und deren Gül sprach von einer “Schande für die Schweiz” [-> Welt Online] und wohl die meisten glaubten der türkischen Empörungsmaschinerie gegen eine Einschränkung der Grundrechte auf Religions- und Meinungsfreiheit in der Schweiz - wir nicht!
Es ist doch wohl so, dass die Türkei in Sachen Säkularisierung des Staates einen Spitzenplatz in der Atheistenliga einnimmt, wenn es um die sukzessive Entfernung von Religionen aus der Öffentlichkeit geht, so gilt das Land in Kleinasien dank staatlicher Repressialien inzwischen fast als christenfrei [YouTube: -> RTL Extra und -> ZDF Frontal 21].
Nein, nein, wir erachten die religiöse Empörung von Edogan und Gül lediglich als vorgeschoben, den Herren Türken muß es in Anbetracht der Diskriminierung von Christen um etwas ganz anderes gehen: Fussball!

Was die Türkei will und Schoggo-TV schon hatte

Der Pokal: Was die Türkei will und Schoggo-TV schon hatte

Hopp Schwiiz! Kirmizi Beyaz!

Es ist ja nun so, dass die Türkei das Ticket zur Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika verpasst hat, während sich die Schweiz qualifizieren konnte [-> Wikipedia]: “Kismet”, wie der gläubige Muslim sagt, aber womit sich die laizistischen Säkularisierer Erdogan und Gül so wohl überhaupt nicht abfinden werden wollen.
Von der Schweiz ist bekannt, dass deren Regierung und Parteiensystem - ein Block aus FDPEVPSPCVPGrüneGrünLiberale - oft den Stolz der SchweizerInnen verletzen, wenn diese sich z.B. vor einem Diktator in den Wüstensand werfen [Tagesanzeiger: -> Artikel 1 und -> Artikel 2].

Warum also sollte sich nicht längst eine Schweizer Allparteiendelegation unter der Führung eines roten Kopftuchs [-> 20 Minuten], dabei unter Ausschluss der SVP [-> Wikipedia], auf dem Weg nach Ankara befinden, um sich bei Erdogan und Gül mit dem Schweizer Ticket für die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in  Südafrika für die demokratische Volksabstimmung der Schweizerinnen und Schweizer Bürgerinnen zu entschuldigen? Die stolze “Sonne über Europa” [-> TAZ] würd’s gewiss nicht ablehnen.

Mannheim, den 16.12.2009, 11:40 Uhr.

16. Dezember 2009 | Von Wilhelm Entenmann | Kategorie Kultur & Sport
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5 Kommentare
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  1. Aber Wilhelm, musst du unseren geblendeten Politikern mit “Warum also sollte sich nicht längst eine Schweizer Allparteiendelegation unter der Führung eines roten Kopftuchs, dabei unter Ausschluss der SVP, auf dem Weg nach Ankara befinden, “ auch noch Ideen vermitteln? Diese Tröpfe sind fähig, sie umzusetzen und die Schweizer Nazi zum Verzicht auf die Teilnahme an der Fußball WM zu zwingen. Dass sie sich hinter den Volksentscheid stellen könnten, kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Vorläufig zumindest. Ende 2010 sieht das dann schon wieder anders aus, weil 2011 Wahlen sind. Und diese fürchten SPFDPCVPGrünLiberaleGrüne wie der Teufel das Weihwasser.

  2. @anaximander
    Aber Wilhelm, musst du unseren geblendeten Politikern (…) auch noch Ideen vermitteln?

    Weisst Du, das ist das eigentlich schreckliche an dieser Sache:
    Man fängt an wie die meisten PolitikerInnen zu denken.

  3. Wahlen? Sind die nicht inzwischen wegen ihrer oft beleidigenden Ausgänge für die angetretenen Parteien und Kandidaten aus rassistischen Gründen verboten worden?

  4. @Karl Eduard

    “Ja!”, Politiker und, jetzt ganz neu, Fussball Mäzen sind vor Rassismus zu schützen.

    Das -> SWR-Studio Mannheim Regionalnachrichten meldete heute mit Stand von 17.30 Uhr (Hervorhebung durch mich), Zitat:
    “Sinsheim
    1899 fordert Kampagne gegen Hopp-Gegner
    Wegen der Anfeindungen gegnerischer Fans gegen Mäzen Dietmar Hopp fordert Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim Konsequenzen. Nach der Vorstellung von Klub-Präsident Peter Hofmann soll ähnlich wie bei der Kampagne gegen Rassismus ein Konzept erarbeitet werden, das Gewalt und Hass in den Stadien anprangere.”

  5. @ Karl Eduard Es kommt schon noch so weit mit der Schweiz, dass SPCVPFDPGrünLiberaleGrüne die Wählerstimmen einfach so unter sich aufteilen, weil alles andere rassistisch ist…
    @Wilhelm so gottlos dumm kannst du gar nicht denken

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