Stadtbahn Nord Mannheim: Gartenstadt Marketing
Wandel der Einstellung von Schoggo-TV aus der Oppidum Neccarus Occidentis in Manhemium zu den Galliern in der Gartenstadt und zur Stadtbahn Nord Mannheim nach Kenntnisnahme der Beauftragung der Marketing Firma IFOK für den Bürger-Dialog der Stadt Mannheim mit den von der Stadtbahn Nord betroffenen Bürgern. Anhand eines fiktiven Beispiels zum Marketing in der Antike erklärt Schoggo-TV, wie Meinungswandel funktionieren kann, aber nicht muss, wenn sich denn die Gallier in der Gartenstadt nur nicht auseinander bringen lassen werden, beim Teutates!

Römerstraße: Via Appia in Rom
Antike Reaktanz
“Als die Römer frech geworden, simserim simsim simsim, zogen sie nach Mannheims Deutschlands Norden, …” [Lied: -> YouTube] - es lag wohl im Naturell der Römer, dass Sie, kaum dass ihre Legionen eine neue Provinz unterworfen hatten, geradezu zwanghaft mit dem Bau von neuen Verkehrswegen [-> Wikipedia] begannen. Mündlich überlieferten Pergamentrollen zu Folge, sollen die Römer eigentlich nur deshalb auf Eroberungszüge gegangen sein, weil viele ihrer Senatoren gute Verbindungen zu römischen Bauunternehmern unterhalten haben sollen.
Aber ob nun intrinsisch oder extrinsich zum Bau von Verkehrswegen motiviert [-> Wikipedia], die Römer bauten kreuz und quer durch ganz Europa, …fast, denn sie riefen mit ihrer Bauwut bei den betroffenen Völkern zuweilen auch Reaktanz [-> Wikipedia] hervor; zu recht, denn wer lässt sich schon gerne ungefragt und ungehört einen Verkehrsweg mitten durch den Vorgarten legen?
In den meisten Fällen konnten die Römer den von ihnen selbst verursachten Widerstand mit behördlichen Zwangsmaßnahmen brechen - gelang dies nicht, so war die Stunde der Spin-Doctors [-> Wikipedia] gekommen.

Ein römischer Spin-Doctor: Cicero
Antiker Spin-Doctor
Eine populäre Freistilchronik der gallisch-römischen Geschichte [Asterix: -> Wikipedia] berichtet in Band XV ihrer Edutainment History von einem erneuten Versuch der Römer zur Brechung des Widerstandes eines gallischen Dorfes, das u.a. römischen Bauvorhaben immer wieder erfolgreich einen Strich quer übers Reißbrett macht [Streit um Asterix: -> Wikipedia].
Julius Cäsar beauftragt den, gerade den Löwen im Circus entkommenen Römer Tullius Destructivus [-> Asterix Archiv] zur Einnahme jenes Dorfes im Norden Galliens, das ihm und somit auch den römischen Bauvorhaben immer noch Widerstand leistet. Destructivus ist ein Meister der Zwietracht, welche er mittels Neid erfüllenden Geschenken an ausgewählte Gallier und gezielter Fehlinformation durch die Soldaten des Zenturios Aerobus, den Legionären Taubenus und Microcosmus, unter den Dorfbewohnern zu säen versucht. Trotz anfänglicher Erfolge seiner psychologischen Kriegsführung gegen die Gallier, deren Dorfgemeinschaft dabei bis aufs äußerte belastet wird, scheitert Destructivus letztlich am Zusammenhalt der Dorfbewohner. Abermals müssen Cäsars Bautrupps im Depot bleiben, während die Gallier eines ihrer üblichen Festessen veranstalten und der Spin-Doctor in Rom des Hochverrats angeklagt werden soll.

Keltendorf bei Steinbach am Donnersberg
Marketing: Saurer Wein in süßen Schläuchen
Der fiktive Römer Tullius Destructivus und dessen Geschichte mit den Galliern kann heute durchaus symbolisch für eine Branche herangezogen werden, deren Akteure man intern spöttisch als Spin-Doctors [Amüsanter Lehrfilm: -> YouTube] bezeichnet und die sich selbst Marketing nennt.
Allgemein setzt man Marketing [-> Wikipedia] dann ein, wenn man Menschen eine Idee oder ein Produkt verkaufen möchte, an dessen “Kauf” sie zuvor nicht gedacht hatten. Dabei besteht die Kunst des Marketings in einer geschickten Anordnung der Informationen über eine Idee oder ein Produkt in einer Weise, welche bei deren (kognitiven) Verarbeitung durch die Menschen ein positives Bild und Interesse erweckt. Beim Verkauf tunlichst zu vermeiden sind Strategien, welche bei den Menschen Reaktanz hervorrufen könnten: “Du musst!”
Eine spezielle Variante von Marketing wird dann eingesetzt, wenn bei Menschen bereits Reaktanz besteht bzw. hervorgerufen wurde, denn dann ist mühevolle Gruppenarbeit angesagt. Hierzu lädt man die betroffenen Menschen z.B. zu Dialogveranstaltungen ein und “erarbeitet” gemeinsam mit diesen sogenannte Lösungen. Das gibt den Menschen das Gefühl, dass sie ernst und ihre Meinungen wichtig genommen werden, was dann meist deren Reaktanz abbaut. Da die Meinungen bei solchen Dialogen stets durch einen Moderator (ggf. Spin-Doctor) gesammelt und struktiert werden, kann man die so erarbeiteten Lösungen den Menschen als selbst gewollt zurückmelden - praktisch, wenn solch eine Dialoglösung plötzlich in Einklang mit der ursprünglichen “Du musst!” Version steht.
…und was hat das jetzt mit der Stadtbahn Nord Mannheim und den Galliern in der Gartenstadt zu tun?
Erst nach der Veröffentlichung des ersten Beitrags zur Stadtbahn Nord Mannheim [-> Schoggo-TV] erfuhr Schoggo-TV davon, dass sich die Stadt Mannheim bei ihrem derzeitigen Bürger-Dialogprozess zur Stadtbahn-Nord [-> Stadt Mannheim] der Hilfe [-> Stadt Mannheim] der Marketing Firma IFOK [-> hier] bedient, deren Gründer der Überzeugung ist, “dass Wandel nicht gegen die Betroffenen möglich sei.” [-> IFOK], was so ja auch stimmt, aber die Frage aufwirft, ob die Sache oder aber die Menschen einen Wandel erfahren sollen.
Bei Schoggo-TV aus der Oppidum Neccarus Occidentis [-> Wikipedia] hat diese Information über die Marketing Firma jedenfalls zu einem Wandel seiner Einstellung [-> Wikipedia] zum Objekt Stadtbahn Nord geführt, weshalb es die Gallier in ihrem Dorf in der Gartenstadt grüßen und fortan unterstützen möchte.
Mannheim, den 19.02.2010, 15:20 Uhr
Bildnachweise
-> Wikipedia - “Roma Via Appia Antica 03 retouched” by MM
-> Wikipedia - “Bust of Cicero, Musei Capitolini, Rome” by Glauco92
-> Wikipedia - “Keltendorf bei Steinbach am Donnersberg” by Kolling
-> Links zur Stadtbahn Nord Mannheim
Homepages der beteiligten Initiativgruppen
-> Interessengemeinschaft Stadtbahn Nord
Facebook Seiten bzw. Gruppen
-> Eine Stadtbahn Nord in Mannheim ohne Flügel
-> Gartenstadt-Genossenschaft Mannheim eG
Sonstige
Blog: -> Stadtbahn Nord
Interaktiv: -> Meine persönliche Stadtbahn Nord Geschichte
Twitter: -> Mannh Straba
wer-kennt-wen: -> Gruppe Straßenbahn







Hut ab!!! Wilhelm
and welcome in der Realität
Schlicht und einfach: Danke!
@ Kerstin Kapferer & Ulli Böhm
Jo, gern geschehen.
Eigentlich hätte ich das ganze auf die eine Zeile verkürzen können:
“…die Frage aufwirft, ob die Sache oder aber die Menschen einen Wandel erfahren sollen.”
Soll der Bürger-Dialog zu einer bedarfsgerechten Änderung der Planung dienen oder aber zur Anpassung der Bevölkerung an einen unveränderlichen bzw. festgeschriebenen Plan?
So wie mein derzeitiger Informationsstand über die Position des Rathauses ist, möchte ich auf letzteres tippen, was ich (berufs-)ethisch für mehr als verwerflich halte.
Weitere, dann auch kürzere Beiträge zur Sache werden folgen - die Zugriffszahlen über Suchmaschinen deuten ein starkes Interesse in der Bevölkerung an.
Genial, voll auf den Punkt! Ich bin begeistert!
Grüße von “Gutemine” aus dem “Gallischen Dorf”
…Soll der Bürger-Dialog … zur Anpassung der Bevölkerung an einen unveränderlichen bzw. festgeschriebenen Plan? Logisch, das ist immer so, wenn Politiker zum “Dialog” aufrufen.
Der Zaubertrank des Druiden für die Bürger könnte da Abhilfe schaffen…
Ahh, da ist der Link straba-nord. Den hatte ich letztens nicht gefunden, da mit die URL entfiel.
Schoggo-TV keeps you informed.
Genau darum dreht es sich!
Bekommen die Menschen eine Straba, die sie nicht wollen (wir haben jetzt 1000 Unterschriften gegen die Straba), nur weil die Stadt dadurch 50 Mio Foerdergelder abgreifen kann? Oder wird einmal nach den Bedürfnissen dieser Menschen gefragt.
Aus vielen Zuschriften an die Seite http://www.Straba-NOrd.de wird klar: Es geht nicht nur um Betriebswirtschaft, es geht um das Lebensgefühl der Menschen in der Gartenstadt. Wir wohnen hier, weil es ruhig, nah zum Wald, und beschaulich ist. Wer das ebenfalls erleben möchte, ist herzlich eingeladen, auf dem zentralen Streckenast bis fast ans Tiergehege des Karlsterns zu kommen. Wenn wir in die Stadt wollen, haben wir heute schon 2 Straba-äste zur Auswahl. Östlich die Linien 4/5, westlich die Linie 1. Das kann durch einen zentralen Ast zum Stillen Weg, der vernünftig mit den vorhandenen Buslinien vernetzt ist, noch optimiert werden.
Aber eine Verzweigung in die Kirchwaldsiedlung, nur um des Staatsgeldes willen, ist bodenloser Unsinn und muss verhindert werden.
Im übrigen bin ich schon immer gegen jedes Fortbewegungsmittel gewesen, das andere Menschen irgendwie in ihrer Zufriedenheit beeinträchtigt.
Die IFOK schein ja nicht unumstritten zu sein, hoffentlich läuft das hier in Mannheim nicht ähnlich…
http://strabagartenstadt.wordpress.com/2010/02/26/burgerdialog-bei-den-alten-romern/
NACHTRAG zu IFOK
Zitat aus Artikel in den -> Kieler Nachrichten (30.06.2009):