Stadtbahn Nord Mannheim: Kurz vor dem Aus?
Steht die Stadtbahn Nord kurz vor dem Aus? Schoggo-TV befragte einen Experten für strittige Sachthemen, nachdem der, von der IFOK moderierte Bürgerdialog zwischen den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern aus der Gartenstadt und der Stadt Mannheim zu keinem einstimmigen Ergebnis geführt hat.
Am heutigen späten Nachmittag prophezeite Orakel Paul einen Sieg der Bürgerinitiative aus der Gartenstadt zum Nachteil von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, welcher im Volksmund inzwischen als “König Kurz” oder “Kurz im Quadrat”, kurz “K2” bezeichnet wird - die städtischen Stimmungskurse reagierten umgehend.

Fotomontage: Orakel Paul entscheidet sich für die Bürgerinitiative (links) gegen "K²" (rechts).
“Danke Paul, wir Mannheimerinnen und Mannheimer lieben Dich!”
Mannheim, den 17.07.2010, 23:44 Uhr.
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Sehr interessant auch, dass der Artikel des Mannheimer Morgen “Buhs und Pfiffe für die Stadtbahn” weder in morgenweb.de noch in Google Cache mehr zu finden ist…
Die Taschenkontrollen am Eingang wurden wie folgt begründet: “Es sollen im Streit um die Stadtbahn-Nord in der Gartenstadt dort schon mal Eier auf RNV-Busse .”.
Als Gartenstädter empfinde ich eine solche Aussage als üble Nachrede, wofür eigentlich nur der Veranstalter (die Stadt) verantwortlich sein kann, da die Security nur vom Veranstalter instruiert sein konnte…
Ich habe den 1. Bürgermeister Christian Specht um Richtigstellung gebeten.
Desweiteren wird im Artikel nichts vom “Eklat” geschrieben, mit dem die Veranstaltung endete.. mir wurde von mehreren Personen geschildert, dass der Moderator erbost die Moderation niederlegte und daraufhin der OB noch einige Schlussworte sprach…
Hallo Lars, ich habe das mit dem magisch entschwundenen Artikel im Mannheimer Morgen bzw. Morgenweb auch bemerkt, als ich nach Mitternacht die Artikel zum Bürgerdialog im Mannheimer Morgen für einen Beitrag auf Schoggo-TV zusammenstellen wollte bzw. die hierzu gehörenden Links prüfte.
Glücklicherweise habe ich noch eine komplette Kopie des Artikels “Buhs und Pfiffe für die Stadtbahn” vom 13.07.2010 des Mannheimer Morgen bzw. Morgenweb.
Im Moment überlege ich noch, was ich damit anfangen soll bzw. werde.
Im Prinzip kannst du damit gar nichts anfangen, denn o.g. Artikel hat wohl nur recht wenig Wahrheitsgehalt, wie mir sehr viele, die dort waren, versichert haben.
Als Eklat empfand ich das Verhalten vieler Straba-Nord-Gegner, andere Meinungen schon im Ansatz niederzubrüllen, mit Gelächter und Buhs zu überziehen. Es war wirklich peinlich. Mit demokratischer Kultur hatte das nichts zu tun.
Klar, daß viele Straba-Nord-Befürworter keine Lust haben, sich dem auszusetzen. Es scheint mir kaum um
die Sache zu gehen, vielmehr will man es “denen da oben ” mal so richtig zeigen, und läßt sich bereitwillig vor den Karren der rührigen Eigenheimbesitzer von der Waldpforte spannen.
@Wolfgang Hagen
Ich kann es gut nachvollziehen, wenn sie das so empfunden haben - ich konnte zwar selbst nicht anwesend sein - doch ich kenne die Stimmung vor Ort.
Es handelt sich ja nicht um eine theoretische Diskussion über irgendein politisches Thema, bei dem es einfach ist ruhig zu bleiben.
Die Leute hier hatten direkt am Anfang den Eindruck, dass schon alles entschieden sei.. Wenn man den Eindruck hat, dass “die da oben” (um mal bei Ihren Worten zu bleiben) sowieso machen, was sie wollen, dann entsteht Ohnmacht und Wut. Und die entlädt sich in solchen Sitzungen (ob man das jetzt gut oder schlecht findet).
Schauen Sie sich mal die Flughafen Diskussion an…. ich kann mich da als Befürworter ganz entspannt zurücklehnen und ruhig argumentieren, denn über meinem Haus startet der Flieger nicht…
Ohnmacht macht Menschen aggressiv. Wenn Sie von Anfang an das Gefühl haben, man nimmt Sie nicht ernst, wenn Sie hilflos zusehen müssen, wie die Presseberichterstattung ein Bild von Ihnen zeichnet, das absolut nicht der Realität entspricht. Wenn Sie das Gefühl hätten, dass man nicht wirklich mit Ihnen eine Lösung finden will, sondern Ihnen die “Kröte”, die Sie schlucken sollen, möglichst schmackhaft machen will - wie würden SIE reagieren? Für Flughafengegner bringt man jegliches Verständnis auf, wenn es um deren Ruhebedürfnis geht. Eine Straßenbahn direkt am Haus vorbei fahren zu haben, das man vor 40 Jahren mal gekauft hat, in der Annahme, man wohne bis zum Lebensende ruhig und still im Grünen, das ist für die meisten Menschen hier der Horror. Stellen Sie sich vor, an Ihrem Haus fährt im (”schlimmstenfalls”) 10 Minuten-Takt eine Straßenbahn vorbei. Unter Ihrem Schlafzimmerfenster entsteht eine neue Partyzone aka Endschleife. Wenn Sie Angst haben müßten, man nimmt Ihnen vielleicht Ihre Wohnung. Wie würden SIE reagieren? Und vor allem mit dem Gefühl, nichts, aber auch gar nichts ausrichten zu können, um den gefühlten “Super-GAU” wenigstens in einen “GAU” zu verwandeln. Mit sicherem (auch emotionalem) Abstand ist es immer einfach, über andere zu urteilen. Da kann ich mich sehr entspannt zurücklehnen und mich fragen, ob “die” eigentlich noch ganz bei Trost sind. Stellen Sie sich einfach vor, es wäre IHR Haus, IHRE Situation. Und wenn man Ihnen dann noch klar macht, dass das alles nur passiert, damit man auf eine förderfähige Projektsumme kommt - würde da nicht auch bei IHNEN Wut hochkochen? Und wie und wo soll man dieser Wut und Enttäuschung denn Luft machen, wenn nicht bei diesen Veranstaltungen?! Wir schreiben Briefe an das Rathaus, wir bekommen keine Antworten. Leserbriefe an den MM gegen die Bahn wurden gerade anfangs so gut wie nicht veröffentlicht. Bei Veranstaltungen läßt man unangenehme Fragen einfach unbeantwortet. Hinweise auf z.B. die potentielle Gefährdung der Kindergarten- und Grundschulkinder an der Trasse wurden von einem immerhin dreifachen Familienvater und Dialogteilnehmer mit Sätzen wie “Wenn sich ein Kind nicht im Straßenverkehr bewegen kann, dann wären die Eltern selbst schuld” oder “Wenn Sie Angst haben, dass Ihr Kind [im Zuge der Gruppendynamik] mal vor die Straßenbahn rennt, dann müssen Sie es halt zur Führungspersönlichkeit erziehen!” (damit es dann die anderen Kinder ordentlich durch den Straßenverkehr bringt) Könnten SIE da noch ruhig bleiben? Wir erarbeiten Streckenalternativen, die man allesamt vom Tisch fegt. Wie würden SIE reagieren, würde man SIE quasi permanent “am langen Arm verhungern lassen”?
Und zu allem kommen dann noch massive Eingriffe in den Stadtteil - die nicht notwendig wären, wären die Förderkriterien flexibler. Ich bin mir sicher, viele Gartenstädter würden sich nicht so aufregen, wenn die Stadtbahn nicht auf einem extra Gleiskörper, sondern auf der Straße (wie Feudenheim) fahren würde. Das geht aber nicht, denn der separate Gleiskörper ist ein Förderkriterium.
Sicherlich ist Aggression niemals produktiv und trägt nur dazu bei, die Fronten unnötig zu verhärten. Aber vielleicht können Sie die Menschen hier auch ein wenig verstehen…