Waffenkontrolleure Heidelberg

Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg sucht in einer Stellenausschreibung Waffenkontrolleure auf 400-Euro-Basis, was die Gewerkschaft der Polizei GdP in Baden-Württemberg kritisiert. Eine kritische Bestandsaufnahme eines unbewaffneten Bürgers mit Fachkenntnissen in Registratur.

Waffenlager in Wohnung

Waffenlager in Viernheim

Kritische Bestände

Im Rhein-Neckar-Kreis gibt es rund 7.500 registrierte Waffenbesitzer, deren Bestände an Waffen u.a. durch stichprobenartige Vor-Ort-Kontrollen zu überprüfen sind. Leider ist der reguläre Bestand an Personal des zuständigen Ordnungsamtes zu gering, als dass man die verstärkten Kontrollen durchführen könne, welche im verschärften Waffengesetz vorgesehen sind, weshalb das Landratsamt in Heidelberg in einer Stellenausschreibung  WaffenkontrolleurInnen in Nebentätigkeit auf 400-Euro-Basis sucht, Schwerbehinderte bei gleicher Eignung bevorzugt [-> Rhein-Neckar-Kreis].
Die Kontrolle der Bestände von registrierten WaffenbesitzerInnen ist ja nun eine verantwortungsvolle und total gefährliche Tätigkeit, weshalb sich der baden-württembergische Landesverband der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu Recht über die Stellenausschreibung empört zeigt. Der geringe Bestand an Personal bei Polizei und Ordnungsbehörden könne doch nicht dazu führen, als dass sich jetzt irgendwer, dabei ohne spezielle Sicherheitsprüfung seiner Person und Fachkenntnisse, für die Tätigkeit in einem so sensiblen Bereich bewerben könne [-> Gewerkschaft der Polizei].

Nicht registrierte Bestände

Ende August 2009 lief im benachbarten hessischen Viernheim ein Waffennarr Amok, zündete dabei Bomben und verbarrikatierte sich anschließend in einem verminten Haus. Nachdem er sich der Polizei ergeben hatte, fanden deren Experten einen größeren, dabei nicht registrierten Bestand an Waffen, Munition und Sprengstoff. [Berichte zum Verlauf: -> Polizeipräsidium Südhessen, Darmstadt: Explosion in Viernheim]
Im April 2008 konnte die Polizei am Paradeplatz Mannheim eine nicht registrierte Magnum Kaliber 357 sicherstellen, nachdem mit dieser kurz zuvor ein Mitbürger regelrecht hingerichtet worden war [-> unser Artikel].

Mannheim, den 07.10.2009, 12:21 Uhr.

Über die Waffenkontrolleure in Heidelberg berichten auch die -> Rhein-Neckar-Zeitung und -> FOCUS Online.
Einen Videobericht vom SWR “Baden-Württemberg aktuell” gibt es in der -> ARD Mediathek.

Bildnachweis

-> Polizeipräsidium Südhessen, Darmstadt - Explosion in Viernheim Bild von sichergestellten Gegenständen

7. Oktober 2009 | Von Wilhelm Entenmann | Kategorie Mannheim & Rhein-Neckar
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6 Kommentare
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  1. der ist verreist.ich giess hier nur die blumen….
    kannte ich mal einen , räusper , der das sagte als die gez bei ihm klingelte.
    :-D

  2. Es ist natürlich hochwichtig, registrierten Waffenbesitzern auf die Finger zu schauen, die unregistrierten kennt man ja nicht und was man nicht weiß…

  3. AKTUALISIERUNG

    Gestern kam nun der Rüffel von höchster Stelle. Man rate dem Kreis dringend von diesem Vorhaben ab – mit dieser eindeutigen Stellungnahme schaltete sich das baden-württembergische Innenministerium in die Diskussion ein. “Das kontrollieren von Waffen ist eine hoheitliche Aufgabe und muss daher weiterhin von Beamten durchgeführt werden”, sagte Ministeriums-Sprecherin Alice Loyson-Siemering auf Anfrage der RNZ.
    Entsprechende E-Mails habe man an alle Regierungspräsidien (RP) im Land geschickt. Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe, bestätigte den Eingang der E-Mail. “Wir sehen das ebenfalls kritisch”, sagte Herzel.
    Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 08.10.2009: -> Land will keine 400-Euro-Kräfte als Waffenkontrolleure.

  4. ->NACHTRAG: ist ja hochinteressant ! Zumal wenn Bremen bei Polizeibewerbern mit ausländischen Hintergrund im Gegensatz zu den deutschen Bewerbern kaum noch auf die sprachlichen Kenntnisse achtet, NRW sogar Werbeflyer in türkisch herausgibt und beide Bundesländer laut ihrer Werbebroschüre auch Leute für polizeihoheitliche Aufgaben einstellen, die noch nicht mal EU-Staatsbürger sind.

    Neben anekdotenhaften Vermutungen wie “Ehh, hast du Problem oder was ? 40 Euro, oder isch fick disch!” bei Verkehrskontrollen mit zu schnellem Fahren in NRW darf man sich aber auch mal fragen, welches Verhältnis man demnächst zu einer Polizei haben soll, die die Bewahrung der für den Bürger höchsten Rechtsgüter - Garantie der Grundrechte und das Gewaltmonopol - ausgerechnet in Hände von Leuten legt, die per Biografie nachgewiesenermaßen keinerlei Loyalität unserer Gesellschaftsform gegenüber mitbringen.

  5. @Gilbert
    ist ja hochinteressant !

    Ja, find’ ich auch und ebenso, dabei mit zunehmender Begeisterung, das “politische” Geschehen auf kommunaler/regionaler Ebene. Ich habe heute von meinem “Mannheimer Ohr” erfahren, dass sich Politessen nicht mehr alleine in bestimmte Mannheimer Ecken zum Knöllchen verteilen trauen würden, weil eben: Ehh, hast du Problem oder was ? 40 Euro, oder isch fick disch!”
    …ich weiss ja nicht, welche Qualifikation man frau hierbei braucht.

    Das nächste Kompetenzgerangel mit anschließendem “wir sind da nicht zuständig” bahnt sich übrigens an - acht mal drauf, wie man es verpackt” und wie teuer das ist:
    Rhein-Neckar-Verkehr RNV:
    -> Noch mehr Service und Sicherheit in Bus und Bahn: RNV setzt mobile Serviceteams ein .

  6. -> RNV: “Busse sind sicher.” erinnert mich irgendwie an eine längere Auseinandersetzung einer Kollegin mit einer Dieffenbachia. Kollegin: “Die geht ein.” Pflanze: neues Blatt. Kollegin: “Die geht ein.” Pflanze: neues Blatt. … Das ging über ein halbes Jahr so, bis die Kollegin sich geschlagen geben musste.

    Setzt du nun Kollegin=RNV und Dieffenbachia=Südländer, wirds schon irgendwie passen.

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