Türkische Namen und Diskriminierung
Steilvorlage für mögliche Forderungen von Kenan Kolat von der Türkischen Gemeinde in Deutschland: Arbeitgeber und Vermieter verstoßen in Deutschland gegen das Gleichbehandlungsgesetz und diskriminieren türkischstämmige Bewerber bei Einladungen zu Vorstellungsgesprächen und der Vergabe von Wohnungen, sagt die Wissenschaft, welche in ihren Studien selbst gegen gleiche Bedingungen verstoßt, sagt Schoggo-TV.

Wutzelputz mal wieder saustark: Liberté, Egalité, Fraternité!
Gestatten, Ützwurst! Wo du wolle?
“Ausländischer Name - keine Wohnung” titelte der Tagesspiegel im Dezember 2008 seinen Artikel über das Feldexperiment der türkischstämmigen Soziologin Emsal Kilic, welche gleichlautende Anschreiben an Vermieter aus Neukölln und Wilmersdorf in Berlin schickte und die Schreiben jeweils zur Hälfte mit einem türkischen und einem deutschen Namen zeichnete und dabei herausfand, dass im noblen Wilmersdorf nur Deutsche die Chance auf eine Wohnung bekommen, während im migrantiven Neukölln die am Namen erkennbare Herkunft kaum eine Rolle spielt [-> Der Tagesspiegel].
“Ethnic Discrimination in Germany’s Labour Market: A Field Experiment”, so der Titel eines Feldexperiments von Forschern der Universität Konstanz, welche im Auftrag des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn aktuell über die Chancen von Stellenbewebern in Abhängigkeit von deren Herkunft forschten. Ähnlich wie die Soziologin Kilic zuvor, schickten die Wissenschaftler gleichlautende Bewerberschreiben an Firmen, variierten hierbei die Namen der Absender und fanden, dass Personen mit türkischen Namen bei gleicher Qualifikation seltener als Bewerber mit deutschen Namen die Chance zu einem Vorstellungsgespräch bekamen. Ergänzend zum Forschungsdesign der Berliner Wohnungsstudie legten die Forscher der Bewerberstudie den Anschreiben zum Teil auch Empfehlungsschreiben früherer Arbeitgeber bei, welche den Effekt des Namens auf die Einladung zu einem Vorstellungsstellungsgespräch nahezu aufheben konnten [Zusammenfassung auf Deutsch: -> Informationsdienst Wissenschaft, Bericht in Englisch als PDF: -> IZA].
“Liberté, Egalité, Fraternité!” Mit so sozialwissenschaftlichen Studien und Experimenten isses ja nun immer so eine Sache, sind doch deren Ergebnisse stets abhängig von den Variablen, welche frau als zur Objektivität verpflichtete Wissenschaftlerin [Generisches Maskulinum! -> Wikipedia] in das Design reingeschmissen hat. So zeigt zum Beispiel das Feldexperiment im Auftrag des IZA, dass eine zusätzliche Variable (”Empfehlungsschreiben”) die Hypothese der Diskriminierung von türkischstämmigen Bewerbern zwar nicht widerlegt, ja, diese sogar erhärtet (i.e. Empfehlungsschreiben hebt mögliche Vorurteile auf), aber dabei einen Hinweis für weitere Forschungen über Vorurteile und Diskriminierung gibt: Welche Erfahrungen mit türkischstämmigen Mitbürgern liegen den Entscheidungen der Vermieter aus Wilmersdorf und der Personalabteilungen von Firmen zugrunde?
Ebenso wären Feldexperimente über die Diskriminierung auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt in Deutschland interessant, bei welchen die Reaktionen von türkischen Vermietern und Arbeitgebern auf deutsche Namen überprüft werden.
Mannheim, den 09.02.2010, 17:10 Uhr.
Anmerkungen
Freunde von Wutzelputz gucken hier: -> Freier Blick auf nackte Titten vom Skagerrak bis Ostanatolien!
Freunde von Ützwurst lesen hier [-> Wikipedia] und hören dort [-> SWR3 Comedy].







Frage an Frau Dr. Wutzelputz:
In einer Feldstudie konnte ich nachweisen, dass die lesbische Angelika eindeutig Frauen bei Anmachversuchen bervorzugt und ich keine Chance habe. Kann ich Angelika nun nach dem AGG auf Gewährung einer Schmusestunde nach dreimal Abblitzen verklagen ?
@Gilbert
Angelika lesbisch?
Kann nicht sein, singt doch der Udo Lindenberg [-> Video hier oder ersatzweise -> Video dort], dass die Angeilika aus Winsen an der Luhe keinen Star in Ruhe lässt [-> hier].
Vielleicht liegts einfach an Deinem Geldbeutel?
vielleicht ists auch zu kalt für feldstudien.
kaminzimmerstudien , so unsere kaminzimmerstudienbeauftragte_In , sind derzeit vielversprechender
Mit diesen “Anitdiskriminierungsgesetzen” lasse ich auch immer einen Migranten zum Vorstellungsgespräch einladen. Der Rest erklärt sich von selbst und niemand kann hier behaupten, ich hätte es nicht wenigstens versucht?
Abwarten, Migrantennamen werden demnächst verdeutscht - im Interesse der Political Correctness. Und dann kommen sie überall drunter und drüber…
@ostseestadion
kaminzimmerstudien
Ja, die Kaminrevoluzzer sind mir auch schon immer die liebsten gewesen - keine Ahnung von dem, was wirklich abgeht… .
@geisteswelt
zum Vorstellungsgespräch einladen
Gut so, denn diesbezügliche -> Telefonanrufe können echt teuer werden.
@anaximander
Migrantennamen werden demnächst verdeutscht
Ein interessanter Aspekt, warum geben Migranten ihren Kindern keine deutsche Vornamen(?) - quasi als Zeichen der Dankbarkeit für ihre Aufnahme und ihren Stolz nun Deutsche zu sein?
Hierzu wäre mal eine Integrationsdiskussion fällig!
Toll, wat diese vom Steuerzahler finanzierten ForscherInnen alles rauskriegen! Volker Pispers, eins der wenigen wirklichen Genies unserer Zeit, hat mal berichtet, wie tausend ForscherInnen mit Fragebögen, toller Interview-Technik und x studentischen Hilfskräften herausgekriegt haben, warum der Aldi so erfolgreich ist: “Opset glauben oder nisch - et liescht am Preis!”
überhaupt schon “Soziologin”. Irgendwie gibts bisschen zuviele von diesen Leuten, die anstatt was richtiges zu machen, irgendwlche absurden Theorien aufstellen und möchtergernskandale aufdecken. Welcher Soziologe schafft denn mit seiner “arbeit” eigentlich einen Mehrwert? einer von zehn?